Tomaten im Kübel – die platzsparende Alternative zu Freilandtomaten

Tomaten (Solanum lycopersicum) gehören zu den Pflanzen, die sich hervorragend im Kübel kultivieren lassen. Nicht immer ist ausreichend Platz im Freiland oder im Gewächshaus vorhanden. Schließlich möchten Sie ja eine ganze Menge unterschiedliches Gemüse im Garten anbauen. So können die Tomaten auf die Terrasse oder den Balkon „umziehen“, während Blumen, Sträucher und Gemüse ausreichend Platz in den Beeten haben.
Während Sie auf den Balkon, wegen der Kübelgröße und des damit verbundenen Gewichtes, nicht ganz so viele Paradeiser anpflanzen sollten, können Sie sich auf der Terrasse nach Herzenslust austoben. Schließlich gibt es neben den klassischen Cocktailtomaten oder Rundtomaten unzählige Tomatensorten, die sich ebenfalls für den Kübel anbieten.
Tomaten werden in unseren Breiten als einjährige Pflanzen kultiviert, sind aber dennoch zweijährig. Einige wenige Tomatensorten können sogar noch ausdauernder sein. Allerdings sind sämtliche Tomatenpflanzen nicht winterhart, könnten aber die kalte Jahreszeit im Winterquartier verbringen. Was sich aber nicht lohnt. Denn im zweiten Jahr fällt die Ernte recht dürftig aus – „viel Arbeit, kein Lohn“. Da diese Pflanzen keinen Frost mögen und ausgesprochen wärmeliebend sind, kommen Sie auch erst nach den Eisheiligen raus auf die Terrasse oder den Balkon.

Der optimale Standort und die ideale Pflege für die Tomaten im Kübel

Ob nun im Freiland oder im Kübel: Tomaten lieben und brauchen Sonne. Selbst die pralle Mittagssonne kann diesem leckeren und gesunden Sonnenanbeter nichts anhaben.

Tomatenpflanzen wollen Sonne, aber keinen Regen. Neben einem sonnigen Standort, ob nun auf der Terrasse oder dem Balkon, sollten Sie das Plätzchen so auswählen, dass dieser ausreichend Schutz vor Wind und Wetter bietet. Wenn Sie den Tomaten keine überdachte Stellmöglichkeit bieten können, sollten Sie die Pflanzen zumindest an der Hauswand platzieren.

Damit die Tomatenpflanzen an windigen Tagen und durch das Eigengewicht besser vor einem Umknicken geschützt sind, sollten Sie beim Pflanzen direkt einen mindestens zwei Meter langen Pflanzstab tief in die Erde drücken. Daran befestigen Sie regelmäßig die wachsende Pflanze. Denn Paradeiser wachsen bei guter Pflege nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe.

Damit die Tomatenpflanzen ordentlich wachsen und gedeihen, benötigen sie nicht nur reichlich Sonne, sondern auch einen großen Kübel, viel Wasser und Dünger.

In der Regel setzt man meist zwei Tomatenpflanzen in einen Kübel – dieser hat ein Volumen von gut 40 Litern. Selbst bei nur einer Pflanze sollte das Pflanzgefäß ausreichend groß sein. Tomaten lassen sich zwar auch in kleineren Töpfen ziehen, werden dann aber in der Regel nicht so üppig wie die Pflanzen, die sich unten ausbreiten können.

Tomatenpflanzen sind sehr durstig und extrem hungrig. Je höher das Quecksilber im Thermometer steigt, desto mehr Wasser benötigt die Pflanze. An besonders warmen Tagen ist es daher ratsam, wenn Sie morgens und am späten Nachmittag einige Liter Wasser in die Kübel gießen. Achten Sie beim Wässern aber darauf, dass die Tomatenpflanzen nicht im Wasser stehen – Staunässe behagt ihnen nicht.

Tomatenpflanzen gehören zu den sogenannten Starkzehrern und benötigen aus dem Grund mehr Nahrung als andere Pflanzen (Mittelzehrer und Schwachzehrer). In regelmäßigen Abständen bekommen die Tomaten Dünger. Auch wenn die Pflanzen ausgesprochen hungrig sind, sollten Sie es mit dem Düngen der Tomaten nicht übertreiben. Viel hilft nicht immer viel. Die Pflanzen kommen besser mit weniger Dünger klar, als mit einer Überdüngung. Neben organischem Dünger eignet sich auch ein spezieller Tomatendünger aus dem Fachhandel.

Für eine reiche Ernte benötigen die Tomatenpflanzen nicht nur Sonne, Wasser, Dünger und Platz, sondern auch ein kleines Pflegeprogramm – in regelmäßigen Abständen müssen Sie die Tomaten ausgeizen. Eine Ausnahme sind Strauch- und Buschtomaten. Die können und sollen wachsen, wie sie möchten. Damit das untere Laub keinen Bodenkontakt hat, werden diese abgeschnitten. Den „Abfall“ sowie die Geiztriebe können Sie zum Mulchen verwenden.

Die Tomaten in einen Kübel pflanzen

Bevor Sie die Tomatenpflanzen in die Erde setzen, muss der Kübel noch mit einer ausreichenden Drainageschicht versehen werden. Zusätzlich wird das Abzugsloch noch mit Tonscherben aus zerbrochenen Tontöpfen abgedeckt. So setzt sich das Abzugsloch nicht mit Erde zu und überschüssiges Wasser kann ablaufen, was Staunässe verhindert. Damit die Erde lockerer wird, können Sie noch ein wenig Blähton oder feinen Kies mit unter das Substrat mischen.

Beim Auffüllen wird das Substrat immer mal wieder leicht angedrückt, nicht zu stark, damit sich die Erde nicht verdichtet. Lassen Sie ausreichend Platz für die Tomatenpflanze, die samt Pflanzstab in die Mitte gesetzt sowie einen Gießrand von einigen Zentimetern. Oben angekommen: ein letztes Mal leicht andrücken und ordentlich angießen.

Denken Sie beim Pflanzen daran, dass die Tomatenpflanze leicht schräg und tiefer in den Kübel gesetzt wird. Dabei dürfen die Tomatenblätter nicht mit eingebuddelt werden. Durch die Schräglage und das tiefere Einpflanzen bildet das Nachtschattengewächs zusätzliche Seitenwurzeln aus.

Unreife Tomaten – und nun?

Nicht in jedem Jahr bekommen die Tomatenpflanzen die Menge an Sonne, die sie benötigen. Während die Tage und Nächte langsam kühler werden, hängen noch viele unreife Früchte an der Pflanze. Die können Sie noch ernten. Sobald sich auf den Tomaten eine leichte Färbung abzeichnet, können Sie diese abpflücken. In der Küche oder im Hauswirtschaftsraum lassen Sie die Früchte einfach nachreifen.